Dichter und Liedermacher

Augen wie Sommerhimmel

Augen wie Sommerhimmel

Am wandelnden Ufer, ebnete der alles bedeckende Nebel sich seinen Weg, durch das Schilfrohr, auf schlammigen Morast bei eisigem Winde, zur bleichen Nachtgestalt hin. Mit Moos bewachsen, die Arme und Beine von Fäden aus Algen behangen, welche wie Äste ein Wasser durchbrachen und heraus ragten, gebar sie sich vom Tode befleckt, als eine Besiedlung für niedere Lebewesen. Dann kam das Erwachen, hörte Blätter rauschen, sah herbstlich gefärbtes Laub fallen, Bäume entkleidet erscheinen, und blickte auf einem Weiher hinaus. Ein Kaleidoskop offenbarte es, zauberte Haare daher, strahlend klar wie Sonnen, Augen wie jener Sommerhimmel mit schönstem Blau gezeichnet, die wenigen Wolken, glichen der Haut, in zart weisser Erscheinung, frei von unreinen Konturen. Den sanften Wogen des Spiegels nachtrachtent wo sie einst brachen, würde so manch Schauer aufkeimen lassen, wenn nicht das ungeklärte in der Vegetation,das alles herrschende wäre. Mit den Gefühlen im einklang, fand man zur Liebe im Alltagsleben, vertraut, einfühlsam und immer präzens. Die Begegnungen, das ungetrübte zusammen sein in verständnisvollen Zügen, das einst vermißt wurde, gebar sich als aufgehende Knospe, zur ausgeglichenen Blüte, kostbarstem Nektar hin. Gezeiten vollzogen ein sein, einsame Spaziergänge zur goldenen Jahreszeit, depressionen verschneiter Monate, zaghafte Triebe in hoffnungsvollen Farben, die Wonne im lauwarmen Regen. Im Schilfe wie einst schwimmend, errang sich der Drang des wiederfinden, das glänzende Abbild trachtender Augen, als Spiegel der Momente zurück. Mit Verlangen kam man sich auf glatten Wogen entgegen, fern von Ufern der Sehnsucht stehend, das Flüsternd eine Wassergöttin herbei rief, die auf Wellen der Erinnerung, aus den einstigen Fängen, ihres Versteckes getragen wurde. Vor äußeren Einflüssen bewahrt, gab man sich Schutz und hielt in Liebe fest, was aus Begierde geboren war, in vollkommener Zweisamkeit. Augenblicke später, die Vergangenheit zeigte den wahren Kern, den Pein ihrer Gefühllosigkeit, ein kaltes Herz, gehüllt in einem leblosen Leib, der Schönheit, in eine bizarre Gestalt gewandelt hatte, welche Seele und Ausdruck verlor. Realität zog ein, kalt wurde es, den halt nicht mehr findend, tauchte man gemeinsam ein, nichts durchdrang den Raum, kein Laut der Verzweiflung, unterhalb der schwindenden Welt. Einstige Bilder, das Angesicht im gleißenden Licht, luden ein, schicksalshaft, umarmend sank man dahin.