Dichter und Liedermacher

Die Pose vom ebenso

Die Pose vom ebenso

 

Wer mich einst persönlich kannte, wird gern erzählen, dass ich ein recht heiterer Zeitgenosse gewesen war, auch wenn es auf Bildern, ihn Worten meiner Werke nie so ganz den Anschein hatte, aber wer denkt, schaut nun mal halt ebenso aus.

Wie in Bronze gegossen kauerte ich als Mann auf einem Schemel, und stützte mein gedankenschweres Haupt auf meiner Hand, und man könnte streiten, ob es hier nun eine naturwüchsige Eigenart von mir ist, meinen Kopf beim Denken Kinn-abwärts zu entlasten, oder nicht, aber wer denkt, der verharrt in dieser Körperhaltung ebenso aus.

Meist über den Schreibtisch der längst verstaubten Wohnung gebeugt, aus verschmutzten Fenstern, mal dann und wann schauend, von Papierstapeln und abgebrannten Zigarettenstummeln umgeben, mit gelben Nikotinfingern das Gift abhustend, aber ansonsten schweigend in Geistesarbeit vertieft, war ich für viele zum Erstaunen anderer anzutreffen, da ich in dieser intellektuellen Phase, das wirkliche Sprechen oft vergaß, aber wer denkt, der schweigt sich nun mal eben auch ebenso aus.

Mit ernster Miene die mir heute so manche Gesichtsfalte beschert, von der zerfurchten Stirn ganz zu schweigen, zu Gipfeln der Verzweiflung getrieben, deren Ausblick auf meine Welt, dann für Euch die Spuren der Darstellung aus meines Denkens hinterließ, mal erstaunt oder teils Erschaudernd, aber wer denkt, der drückt sich beim Schreiben, nun mal halt ebenso aus.

Oft signalisiert das alles in allem genommenen, eine Achtung vordem was kommt, und man möchte keine Zeit damit verschwenden, sondern in ihr verweilen, um jeden Gedanken, in Worte fassen zu können, die Euch dann sagen:

Die Pose, die Art der Haltung und die daraus resultierende Gestaltung, ist für Euch im Nachhinein, halt eben genauso.