Ein epischer Zeitgeist

Kinderherzen

Kinderherzen


Es waren einst meine strahlenden Kinderaugen, die dich ganz schüchtern ansahen, als ich dir voller Scham, ein paar wenige Blumen von der dichtgewachsenen Wiese pflügte, über diese sich einige Schmetterlinge in die Lüfte erhebten, wenn du sie versuchtes einzufangen. Als der Himmel schließlich seine Pforten über uns eröffnete, und im zarten Rot des Abends, den ersten Akt eines Schauspiels uraufführte, in diesem sich der Ritter der Nacht, durch das tanzende Wolkenvolk, auf einem Schimmel erhebt, um eine wärmende Berührung seiner Herzdame zu erhaschen, ehe der Horizont diese umarmt, betrachtete ich, in einem Moment der Ruhe, mit den selben erfreuten Augen von damals, als ich noch ein Knabe war, und die Haare gezopft eingebunden, zum kindlichem Gesichte trugst, deine Anmutigkeit, als gerade eine Kreuzspinne ihre Konstruktion webte, gegenüber dem Riesenrad, vorbei am Wurfbudenstand, des alljährlichen Rummelplatzes, das im Schein der bunten Lichter, wie perlmut glänzte, und dabei bemerkte wie das Feuer nach mehr, mein Innerstes verbrannte, durch jenes unbeschreibliche Gefühl, als unsere Blicke sich trafen, und die Wellen der Hoffnung, das Schiff wogend, durch den aufbrausenden Sturm unserer Liebe führte, als die Lippen einander fanden, und wir den Hafen der Leidenschaft einfuhren.