Gedichte

Ausgewählte Gedichte teils mit Illustrationen von mir


Schwächen des Geistes

Wenn Nachts ein Atem der Begierde hauchzart die Sinne benebelt, die Sandkörner dem Nichts gefallen, dann gilt es sich aufzumachen, am Hofe der Rosen, deren Knospen erblühen, auf dem Wege des Säulentempel, vorbei am Brunnen des Lebens, zum Gebärgesträuch, um dessen Elixier der Lust zu kosten, die ein Zungenfisch durch seine Kiemen bläst, ehe der rote Scham, den Alltag in die Atmosphäre treibt.

Anm: Erschien im Band "Ausgewählte Werke XX, Anth. der Bibliothek deutschsprachiger Gedichte"
Wiedergeburt

Nicht Sicht beraubt kehre ich geborgen im Tempel ein, dessen Schwelle der geweihten Pforten, Gelüste kostend lehrt, sich farblich der Winterzeit entzieht und Dunkelheit mit pulsierender Wärme ausleuchtet, im Innern durch Lebenskraft göttliche Wandlungen schenkt, deren Anmut sich offenbart wie zarte Frühlingstriebe, auf laubentkleideten Büschen, Bäumen und Sträuchern.